Transparenz: Zusammenarbeit mit der Film- und Fernsehwirtschaft

Stapel von Filmrollen. | Bildquelle: colourbox.de

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Zusammenarbeit mit der Film- und Fernsehwirtschaft

Für die ARD sind Produzentinnen und Produzenten unverzichtbare Partner zur Erfüllung unseres ?ffentlich-rechtlichen Auftrags. Mit Blick auf h?chstm?gliche Programmqualit?t verstehen wir den Erhalt und die St?rkung einer vielf?ltigen Produzentenlandschaft als wichtiges Anliegen.

Hier finden Sie die ARD-Selbstverpflichtungen zu Corona-bedingten Ma?nahmen gegenüber der Kreativ- und Produzentenlandschaft

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I. Eckpunkte für ausgewogene Vertragsbedingungen und eine faire Aufteilung der Verwertungsrechte bei Produktionen für die Genres Fiktion, Unterhaltung und Dokumentation (Eckpunkte 2.0)

Seit Beginn des Jahres 2016 haben sich die ARD-Landesrundfunkanstalten und die Degeto zu neuen Eckpunkten für von ihr beauftragte Fernsehproduktionen in den Genres Fiktion, Dokumentation und Unterhaltung verpflichtet.

Diese Eckpunkte sind eine Selbstverpflichtung, mit der die ARD die Protokollnotizen zum 12. und 19. Rundfunk?nderungsstaatsvertrag umsetzt. Dort bekr?ftigen die L?nder ihre Auffassung, dass der ?ffentlich-rechtliche Rundfunk im Bereich Film- und Fernsehproduktionen Unternehmen, Urheberinnen und Urhebern sowie Leistungsschutzberechtigten ausgewogene Vertragsbedingungen und eine faire Aufteilung der Verwertungsrechte gew?hren soll.

Die Eckpunkte 2.0 der ARD beinhalten folgende Neuerungen:

  • eine einheitliche Grundlage für alle Genres (Fiktion, Unterhaltung und Dokumentation) statt zu vor zwei getrennte Papiere
  • Einbeziehung der teilfinanzierten Auftragsproduktionen in den Geltungsbereich der Eckpunkte statt zuvor nur Geltung für vollfinanzierte Auftragsproduktionen
  • Anerkennung zus?tzlicher Kalkulationspositionen in allen Genres sowie Zusage von Kalkulationsrealismus
  • Rechteteilung und Rechtebewertung durch das ?ARD-Schichtenmodell“?
  • Schaffung von Anreizen für Innovationen durch das neue ?ARD- Leistungsmodell“
  • Anerkennung von Entwicklungskosten und Einführung von Regeln für einen Pitch
  • Anerkennung und Erstattung von Pensionszahlungen
  • Bruttoerl?sbeteiligung der Produzenten bei kommerzieller Rechteverwertung
  • gemeinsame Schiedsstelle mit Vertretern der Allianz Deutscher Produzenten

Kalkulationsrealismus:?Realistische Kalkulationen sind die Grundlagen aller Produktionsauftr?ge. Seit Anfang 2017 sind zus?tzliche Ausgaben der Produzenten/innen kalkulationsf?hig. Dazu geh?ren beispielsweise der "Producer", projektbezogene Rechtsberatungskosten und bei fiktionalen Serien ab sechs Folgen ein "Headautor".

Rechteteilung und Mitfinanzierung mit dem ARD-Schichtenmodell: In der Frage der Rechteverteilung zwischen den Landesrundfunkanstalten und den Auftragsproduzenten setzen die Eckpunkte 2.0 der ARD neue Ma?st?be.

Neben klassischen vollfinanzierten Auftragsproduktionen decken die Eckpunkte 2.0 nun auch teilfinanzierte Produktionen ab. Bei diesen erwirbt der Produzent durch Mitfinanzierung Rechte, die er selbst verwerten kann.

Dafür wurde das "ARD-Schichtenmodell" entwickelt. Es beziffert in "Korridoren" die Werthaltigkeit von Rechten und entspricht durch seine Flexibilit?t sowohl den Anforderungen der unterschiedlichen Genres als auch der Dynamik des TV-Marktes.

Sender und Produzenten/innen k?nnen so eine faire Aufteilung von Verwertungsrechten im Hinblick auf die konkrete Produktion herstellen.

Mit Blick auf die von den L?ndern vorgesehenen ?nderungen bei den Verweildauern von Inhalten in den Mediatheken durch den 22. Rundfunk?nderungsstaatsvertrag hat sich die ARD bereits mit Wirkung zum 1.9.2018 zu einer erweiterten Rechteteilung bei teilfinanzierten Auftragsproduktionen verpflichtet. Dazu wurde das ARD-Schichtenmodell entsprechend weiterentwickelt. Lesen Sie dazu:

ARD-Leistungsmodell:?Zur St?rkung der Innovationskraft und Würdigung der Produzentinnen und Produzenten vergibt die ARD pro Jahr Programmpr?mien in H?he von rund 3,2 Millionen Euro.

Nach einem Punktesystem flie?en hier Nominierungen und Auszeichnungen bei wichtigen TV-Preisen wie beispielsweise dem Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis oder dem Goldenen Spatz ein. Die ausgelobten Pr?mien sind zweckgebunden und dienen der Entwicklung und F?rderung neuer TV-Projekte für die ARD.

Mit Wirkung zum 1.1.2019 wurde das ARD-Leistungsmodell an einigen Stellen nachjustiert. Diese vorgezogene Evaluierung hatte die ARD bereits nach der ersten Vergabe der Programmpr?mien zugesagt.

Das aktuelle Eckpunktepapier 2.0 (EPP 2.0) finden Sie hier:

Entwicklungskosten und "7 Regeln für einen guten Pitch":?Die Eckpunkte 2.0 sehen eine innovationsf?rdernde Erstattung von Entwicklungskosten unabh?ngig von der Verwirklichung der Stoffidee im Sender vor. Ein senderseitig geforderter Aufwand wird auch dann pauschal vergütet, wenn ein Produzent/in im Rahmen eines Pitches nicht den Auftrag erh?lt. Voraussetzung für den Ersatz ist die schriftliche Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes durch eine Landesrundfunkanstalt oder die Degeto. Hinzu kommen weitere Regeln für einen guten Pitch: Begrenzung der Teilnehmerzahlen, transparentes Procedere, konkrete Vorgaben, sichere Finanzierung und sicherer Sendeplatz, Erstattung von Pitching-Kosten, Ideenschutz, einheitliche und fortlaufende Betreuung.

Bruttoerl?sbeteiligung:?Mit der Selbstverpflichtung zu den Eckpunkten 2.0 wurde Anfang 2017 seitens der ARD eine Beteiligung der Produzentinnen und Produzenten an den Bruttoerl?sen der Auftragsproduktionen eingeführt.

Das Eckpunktepapier 2.0 in der Fassung vom 22.12.2015 wurde zum 1.4.2018 im Hinblick auf die Bruttoerl?sbeteiligung für Produzentinnen und Produzenten (Eckpunkt 3 sowie Anlagen 8a und b) aktualisiert. Damit ging eine Erh?hung der Bruttoerl?sbeteiligung auf 17 % und die Einführung einer einheitlichen Musterabrechnung einher. Dadurch wird die Transparenz der Abrechnungen erh?ht und das Verfahren beschleunigt.

Schiedsstelle:?Zur Kl?rung grunds?tzlicher Anwendungsfragen der Eckpunkte 2.0 ist eine st?ndige Schiedsstelle eingerichtet worden. Die Schiedsstelle greift nicht in laufende Verhandlungen ein, sondern befasst sich ex post mit konkret benannten grunds?tzlichen Anwendungsfragen der Eckpunkte. Sie nimmt keine zweite Kalkulationsprüfung vor und befasst sich nur dann mit Einzelf?llen, wenn diese konkrete, über die individuelle Produktion hinaus reichende Fragen in Bezug auf die praktische Anwendung der Eckpunkte aufwerfen. Produzenten und Landesrundfunkanstalten reichen die grunds?tzlichen Fragen bei der Vertrauensperson ein. Diese Themen werden gesammelt, abstrahiert, anonymisiert und an zwei Terminen pro Jahr grunds?tzlich in der Schiedsstelle besprochen.

Als Vertrauensperson wurde Herr Ulrich Lenze berufen. Er war zuvor Vorsitzender Gesch?ftsführer der Cinecentrum-Deutsche Gesellschaft für Film- und Fernsehproduktion mbH.

Er ist pers?nlich vertraulich erreichbar unter [email protected].

II. Leitlinien für die Zusammenarbeit zwischen den ARD-Landesrundfunkanstalten und den Produzentinnen und Produzenten

Im Jahr 2013 haben die ARD und die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen (Produzentenallianz) Vorstellungen zur Korruptionsbek?mpfung und Transparenz innerhalb gemeinsamer Leitlinien formuliert.

Ein zentraler Punkt der Leitlinien ist beispielsweise das gemeinsame Bekenntnis von Produzentenallianz und ARD, konsequent Korruption vorzubeugen. Produzentenallianz und ARD wollen die Transparenz durch einen j?hrlichen Produzentenbericht deutlich verbessern.

Im Zuge der Debatte um sexuelle Gewalt und Bel?stigung haben sich ARD und Produzentenallianz dazu verst?ndigt, die gemeinsamen Leitlinien um diesen Aspekt durch eine zus?tzliche Ziffer 6 zu erweitern.

Das aktuelle Dokument finden Sie hier:

III. Eckpunkte über die Zusammenarbeit bei Kino-Gemeinschaftsproduktionen zwischen der Allianz Deutscher Produzenten, dem Verband Deutscher Filmproduzenten, dem Film- und Medienverband NRW und der ARD

Nach mehr als zwei Jahren intensiv geführter Verhandlungen haben sich die ARD und die Allianz Deutscher Produzenten, der Verband Deutscher Filmproduzenten und der Film- und Medienverband NRW über die vertragliche Zusammenarbeit zu Film-/Fernseh-Gemeinschaftsproduktionen und vergleichbare Kino-Koproduktionen der ARD verst?ndigt.

Im Sinne einer fairen Rechteverteilung wird mit den neuen Eckpunkten erstmals durchg?ngig eine Differenzierung der Rechteeinr?umung nach Finanzierungsbeteiligung der ARD-Anstalten vorgenommen. Je kleiner der Finanzierungsanteil der Sender ist, desto mehr Rechte verbleiben beim Produzenten und umgekehrt. Im Sinne der bestm?glichen Verwertung der gemeinsam realisierten Filme hat die ARD bei geringer Finanzierungsbeteiligung der Sender auf das Zustimmungserfordernis für eine Pay-TV-Auswertung vor Erstausstrahlung sowie auf eine Erl?sbeteiligung zugunsten der Refinanzierbarkeit der Produktionen verzichtet. In Abh?ngigkeit der jeweiligen Finanzierungsbeteiligungen sind die im Eckpunktepapier geregelten Sperrfristen für Produzenten für eine kommerzielle VoD-Auswertung deutlich verkürzt worden. Im Gegenzug wurden die Mediatheken-Verweildauern für die Sender bei Produktionen mit h?herem Finanzierungsanteil der Sender verl?ngert. Neu geregelte ?ffnungsklauseln bieten beiden Seiten zus?tzliche Flexibilit?t für Einzelf?lle.

Die Eckpunktevereinbarung tritt drei Monate nach Unterzeichnung, die am 14.5.2019 erfolgt ist, in Kraft und hat eine Laufzeit bis 31.12.2021.

Das aktuelle Dokument finden Sie hier:

Stand: 13.05.2020, 11.30 Uhr

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