Transparenz: Journalistische Kompetenz in der ARD

ARD-Auslandskorrespondent Michael Stocks in Rio de Janeiro, Brasilien. | Bildquelle: SWR

Journalistische Kompetenz in der ARD

Hinter den Kulissen: Wie entstehen Sendungen in der ARD?

Die ARD steht für glaubwürdige, professionelle und aktuelle Informationen in H?rfunk, Fernsehen und online. Wer ausführliche Informationen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport sucht, findet sie insbesondere bei den Infowellen der ARD im Radio, auf tagesschau24 im Fernsehen und bei tagesschau.de im Netz. Um m?glichst nah an den Menschen im ganzen Land zu sein, unterhalten die Landesrundfunkanstalten neben ihren Funkh?usern an zahlreichen Standorten mehr als 50 Landesstudios und zahlreiche Regionalbüros. Durch die Verwurzelung im Sendegebiet k?nnen die Journalisten alle wichtigen Ereignisse für regionale Nachrichten und Magazinsendungen aufbereiten.

Darüber hinaus berichten mehr als hundert Auslandskorrespondenten der ARD aktuell und aus erster Hand über das politische Geschehen und gesellschaftliche Entwicklungen rund um den Globus. Sie tragen zur besonderen Qualit?t der Information in allen Medien der ARD bei, bieten Hintergrundinformationen und verlieren auch langfristige Entwicklungen nicht aus den Augen. Durch sorgf?ltige Auswahl, sachkundige Aufbereitung, objektive Darstellung und anschauliche Vermittlung pr?gen sie die Informationsangebote der ARD.

Journalistisches Selbstverst?ndnis in der ARD

Die journalistische Arbeit in der ARD ist von Unabh?ngigkeit und demokratischen Grundwerten getragen. Wir setzen uns für gesellschaftlich relevante Themen ein, weil wir von der moralischen Notwendigkeit des Miteinanders überzeugt sind. Unsere Haltung basiert auf der Grundüberzeugung, dass alle Menschen gleichwertig und von der Gemeinschaft zu schützen und zu bef?higen sind – unabh?ngig von sozialem Status, Wohlstand, Alter, k?rperlichen oder geistigen F?higkeiten, kulturellen, religi?sen oder individuellen Merkmalen.

Inhaltliche Ausgewogenheit und journalistische Sorgfalt sind Grundlagen der t?glichen Planung und Umsetzung der Berichterstattung. Wir kennzeichnen Meinungen und Kommentare und trennen diese von Nachrichten. Auch durch die solidarische Finanzierung durch den Rundfunkbeitrag sind unsere Journalistinnen und Journalisten unabh?ngig und frei von kommerziellen Interessen oder staatlichem Einfluss. Diese Unabh?ngigkeit ist das h?chste Gut für unsere journalistische Arbeit. Die Presse- und Rundfunkfreiheit und damit das Recht auf freie Berichterstattung sind im deutschen Grundgesetz fest verankert.

Innere Rundfunkfreiheit

  • Grundprinzipien unserer Arbeit formulieren wir in programmlichen Leitlinien und Grunds?tzen. Zur t?glichen Arbeit der Redaktionen geh?ren die Sendungskritik und inhaltlich offen geführte Diskussionen. ?Wir achten jedoch nicht nur auf Unabh?ngigkeit von ?u?erem Einfluss, sondern schützen auch die "innere Rundfunkfreiheit". Diese dient der Wahrung von redaktionellen Freir?umen innerhalb der Sender. Redakteursversammlungen, Redaktionsbeir?te oder -ausschüsse sichern hier die interne Kritikf?higkeit und Diskussionskultur. Sie k?nnen zum Beispiel im Fall von "Programmkonflikten" mit Vorgesetzten angerufen werden. In Redaktionsstatuten wird dieses Recht auf innere Rundfunkfreiheit gest?rkt.

Auch mit unseren Gremien, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern gesellschaftlich relevanter Gruppen zusammensetzen, und Programmbeir?ten diskutieren wir in regelm??igen Abst?nden unsere Arbeit und setzen uns auch hier mit Kritik auseinander. Kritische oder positive Rückmeldungen sowie inhaltliche Hinweise unserer Nutzerinnen und Nutzern werten wir aus und nehmen sie als Anregungen für unsere Arbeit ernst.

Glaubwürdigkeit

Neben den Inhalten, die sie verbreiten, stehen auch die Journalistinnen und Journalisten selbst unter der Beobachtung ihres Publikums. W?hrend die meisten Menschen den ?ffentlich-rechtlichen Sendern in Deutschland sehr wohl vertrauen, zweifeln andere Teile der Gesellschaft an der Glaubwürdigkeit der Medien und damit auch des Rundfunks. In der multimedialen Reportage "Glaubwürdig?!" reflektieren vier Journalisten des MDR selbstkritisch, wie es zum Glaubwürdigkeitsverlust in Teilen der Gesellschaft kommen konnte.

Auch hr-iNFO hat im Rahmen seines Projekts #besserstreiten, welches sich für eine Verbesserung der Debattenkultur einsetzt, eine Sendung zum Thema "Warum Lügenpresse?" produziert. hr-iNFO-Programmchefin Katja Marx und der Chefredakteur des Wiesbadener Kuriers haben live auf dem Sender diskutiert und die Fragen der H?rerinnen und H?rer beantwortet.

Faktenfinder

Falsche Nachrichten, Bilder und Videos rücken immer st?rker in den Fokus der journalistischen Arbeit. Gezielt lancierte Falschmeldungen haben das Potential, Stimmungen anzuheizen und Gruppen der Gesellschaft zu diffamieren. Die ARD hat daher das Projekt "Faktenfinder" gestartet. Im Fokus stehen Ph?nomene wie Fake News, Gerüchte, Verschw?rungstheorien und auch Hass im Netz.

Fehlerkorrektur

Die ARD hat den Anspruch, ein glaubwürdiger und verl?sslicher Qualit?tsanbieter zu sein. Dazu geh?rt auch eine Fehlerkultur, die von Offenheit und Kritikf?higkeit bestimmt ist. Daher ver?ffentlichen einige Landesrundfunkanstalten oder Sendungen regelm??ig Korrekturen zu Fehlern, die trotz aller Sorgfalt in den Programmen passiert sind.

Einblicke in den Redaktionsalltag

Verschiedene Sendungen aus den Bereichen Information und Unterhaltung bieten Nutzerinnen und Nutzern Einblicke in den Alltag in ihrer Redaktionen und haben diese ins Netz gestellt.

So kann man erfahren, wie die Tagesschau entsteht oder wie der DeutschlandTrend erstellt wird. Auch die ARD-Auslandsstudios stellen sich vor. Die Arbeitsweisen in einem Funkhaus zeigen die MDR-Landesfunkh?user Thüringen und Sachsen-Anhalt. Der SR stellte bei einem crossmedialen Thementag unter dem Titel "Die Programmmacher – ein Tag beim SR" die Arbeitsweise und die Grunds?tze der journalistischen Arbeit vor. W?hrend der BR-weiten Publikumsaktion "Mitmischen" konnten rund 300 Menschen in unterschiedlichen Redaktionen selbst mitarbeiten und erfahren, wie ihr Programm entsteht.

Auch Informationssendungen der Dritten Programme erkl?ren, wie ihre Redaktionen arbeiten, beispielsweise die Rundschau (BR), die hessenschau (hr) und die Landesschau Rheinland-Pfalz (SWR). Der MDR hatte Pegida-Anh?nger in seine Nachrichtenredaktion eingeladen.

Auch andere Sendungen zeigen ihren Zuschauerinnen und Zuschauern die Arbeit hinter den Kulissen, beispielsweise das HessenQuiz (hr), die Sportschau (WDR), Inas Nacht (NDR), DAS! (NDR) oder Servicezeit (WDR).

Anl?sslich seines 50. Geburtstags hat das Magazin Report Mainz einen Film über seine Geschichte und den aktuellen Redaktionsalltag produziert und auch das Magazin BRISANT zeigt einen Redaktionseinblick.

Wie aufw?ndige Naturdokumentationen entstehen, vermittelt das Making-of der Doku "Auf Leben und Tod" (ARD-BBC-Koproduktion). Wie ein authentisches Bild der Vergangenheit geschaffen und damit anschaulich Geschichte vermittelt wird, kann man anhand des? Making-of der Doku "Das Weib soll schweigen" (SWR) erfahren.

Einblick in fiktionale Filmproduktionen geben die Making-of zu den SWR-Produktionen "Casting" und "Zeit der Helden".

H?ufige Fragen der H?rerinnen und H?rer zum Radio haben NDR2 und N-JOY gesammelt und beantwortet. Wie eine App gebaut wird, zeigt der BR am Beispiel seiner Nachrichten-App BR 24 in zwei Videos: "Hintergründe zur Nachrichten-App" und? "Die K?pfe und Ideen hinter der App".

Spezielle Angebote für Kinder

Gerade Kinder interessieren sich dafür, wie Medien funktionieren. Auch für sie produziert die ARD zielgruppengerechte Informationen. Die Kindersendung "neuneinhalb" (WDR) hat der Tagesschau einen Besuch abgestattet. Den Unterschied zwischen Meinung und Nachricht und wie aus einer Nachricht ein Fernsehbeitrag wird, erl?utert "So geht Medien" (BR). Wie ein Tatort entsteht, kann man bei "Tatort Film" erfahren und auch die Kinder-Krimiserie "Pfefferk?rner" (NDR) gew?hrt einen Einblick hinter ihre Kulissen. über die unterschiedlichen Medienberufe in Redaktion und Produktion informiert das SWR Kindernetz mit kurzen Videos, darunter Radiomoderatoren, Social-Media-Redakteure, Maskenbildnerin, Aufnahmeleiterin. Auch Planet Schule (SWR/WDR) zeigt in einem Online-Dossier "Wie Medien gemacht werden" und stellt mit kurzen Videos verschiedene Medienberufe vor. Speziell um Fernsehproduktionen geht es beim Onlineangebot des BR "So geht Medien".

Stand: 27.09.2018, 16.15 Uhr

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